A B O U T    S O M E

abstraction



"PEOPLE ARE ALWAYS CURIOUS ABOUT WHAT YOU WEAR AND WHAT YOU CHOOSE. NEVER IGNORE THE EYES OF THE COMMOTION."

 


Mode, die

[ in Mode sein, kommen ]

Auch wenn es ein wenig aus der
Mode gekommen ist, anzunehmen,
dass Menschen tatsächlich
sie selbst sein können, so muss
man doch sagen, dass eine gelungene
Selbstdarstellung etwas
mit Wahrhaftigkeit zu tun
hat, also damit, den Eindruck zu
vermitteln, sein Gegenüber ernst
zu nehmen, und mit der Souveränität,
sich Fehler und Unperfektheiten
leisten zu können.

 

Redakteurin, Heike Faller


Wenn der Einzelne eine Rolle spielt, fordert er damit seine Zuschauer auf, den Eindruck,
den er bei ihnen hervorruft, zu würdigen. Sie sind aufgerufen zu glauben, die
Gestalt, die sie sehen, besitze wirklich die Eigenschaften, die sie zu besitzen scheint, die Handlungen, die sie vollführt, hätten wirklich die implizit geforderten Konsequenzen, und es verhalte sich überhaupt alles so, wie es scheint.


Soziologe, Ervin Goffmann


Es ist wohl kein historischer Zufall, dass das Wort »Person« in einer ursprünglichen Bedeutung eine Maske bezeichnet. Darin liegt eher eine Anerkennung der Tatsache, dass jedermann überall und immer mehr oder weniger bewusst eine Rolle
spielt. In diesen Rollen erkennen wir einander; in diesen Rollen erkennen wir uns selbst. Wir kommen als Individuen zur Welt, bauen einen Charakter auf und werden Personen.






"Das abgenutzte Zauberwort heisst authentisch."

Redakteurin, Heike Faller





Mode ist eine Art einfangen des Zeitgeistes. Beobachtungen aus dem Hier und Jetzt. Mode betrifft aktuelle gesellschaftliche und kulturelle Themen. Durch Mode gehören Menschen zu einer Gruppe, zu Gesellschaftsklassen. Man differenziert sich von anderen, zeigt sich so, wie man gesehen werden will. Die allgemeine Vorstellung, dass wir uns selbst vor anderen darstellen, ist kaum neu.

„Dabei fallen die einen gerade aus dem sozialen Netz, andere organisieren sich im unsozialen Ersatznetz. Zusammen und jeder allein. Das nennt man Community. Man hat keinen direkten Kontakt zu Anderen, alles ist mittelbar.
Das hat etwas zu tun mit dem Aufsprengen der gesellschaftlichen Strukturen und damit, dass wir eigentlich kaum mehr im Verband 

leben. Die meiste Zeit leben wir in einer Berührungsvermeidung. Das ist ein Zeichen des Wohlstandes, dass man sich gar nicht mehr aneinander reiben muss. Körperlich aber auch seelisch. Und so arbeiten wir systematisch am Abbau des Sozialen und am Rückzug vom menschlichen Gegenüber.“

 

Spricht man heute das Thema Einsamkeit an, denken viele an alte Menschen. Dabei schlägt die Einsamkeit längst in allen Generationen zu. Doch viele haben Angst, ihre Situation wirklich zu reflektieren. Einsamkeit gehört zum Business. Darüber zu sprechen ist unmöglich. Der Weg in die eigene Emigration beginnt.


Der grösste Wunsch im gehetzten Alltag ist, einmal Zeit zu haben, um dann zu merken, dass man nichts mit sich anzufangen weiss.


Schriftsteller, Lukas Bärfus

 


"Einsamkeit an sich ist ein Zustand, mit dem man zur Welt kommt und in dem man die Welt auch wieder verlässt."

 

Psychologin, Susanne Quistorp